Die Weltbevölkerung wächst und alle wollen essen und satt werden.
Während auf der einen Seite der regionalisiert globalisierten Welt ein Überfluss an Lebensmitteln zu herrschen scheint, gibt es auch immer noch eine dynamisch wachsende und Hunger leidende Schattenseite. Die Frage nach einer zukunftsstabilen Welternährung führt aber nicht nur in die Fragestellungen nach einer gerechteren Verteilung der Lebensmittel auf der Welt, sondern auch nach innovativen Methoden in der Landwirtschaft, um nicht nur uns als Generation zu ernähren, sondern auch unsere Kinder und die Kinder unserer Kinder.
Vorrangig geht es hier um Themen des Bodens; um nachhaltige Fruchtbarkeit ohne naturfeindliche Trickserei, um Humusbilanz und letztlich allgemein um den naturschonenden und biologischen Anbau von Lebensmitteln. In einer weiteren Stufe geht es aber auch um die Ressource Wasser, deren beschränkte Verfügbarkeit über die Welt verteilt zu einem immer wichtigeren Faktor wird, nicht nur in der Landwirtschaft, sondern ganz allgemein als geostrategischer und politischer Brennpunkt. Nicht zuletzt - und gerade in diesem Jahr als Schwerpunkt kaum zu umgehen - gilt es, die Biodiversität in Flora und Fauna nicht in Reservaten einzuschliessen, sondern in die Ertragswirtschaft als vitalen Faktor zu integrieren.
Aufgrund der Dringlichkeit zu Lösungen gibt es auch eine kaum noch überschaubare Anzahl an Lösungsvorschlägen aus den verschiedensten Disziplinen. Trotzdem bleiben neue und einleuchtende Realisierungen und Erkenntnisse aus der Praxis der biologischen Landwirtschaft ein spannendes aber leider oft zu mutlos bewirtschaftetes Feld und deshalb wagt sich die Edition NaturKraftWerke® an das Unterfangen, einen innovativen landwirtschaftlichen Ansatz einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen:
Die Publikation Neues Essen No1, Gespräch mit einem Landwirt, zeigt eine landwirtschaftliche Position, die in ihrer Eigenart als pflugloser, biologisch-dynamischer Mischfruchtanbau auf Hügeln als einzige ertragswirtschaftliche Methode nicht nur äusserst stabil wasser- und bodenschonend arbeitet, sondern auch zentrale Aspekte von Umwelt- und Klimaschutz vorweisen kann.
Der Landwirt, in diesem Fall heisst er Uwe Wüst (sein Hof "Krautfürnix" erhielt 2006 den Förderpreis Naturschutzhöfe - http://www.soel.de/naturschutzhoefe/preistraeger/2006/index.html), vollzieht durch den Pfluglosen Mischfruchtanbau den Schritt vom hochtechnisierten Industrie-Bauern zum innovativen Kleinunternehmer, der in einem Netzwerk ähnlich oder gleich gesinnter Projekte und Unternehmungen vom Handwerker über den Müller bis zum Lebensmittelverkäufer, bzw. -vertriebssystem agiert und überall ein wachendes Auge auf seine Qualitätsansprüche als Erzeuger der Rohstoffe hat.
Das Modell Pflugloser Mischfruchtanbau wird in der Publikation „Neues Essen No1" in unterhaltsamer Gesprächsform und in allen möglichen Facetten präsentiert. Ebenfalls findet man Rezeptvorschläge für ein „Neues Essen" mit kaum mehr bekannten „alten" Getreidesorten, die in immer weiteren Kreisen Anklang finden, sei es in der Forschung einer Vorteil bringenden Ernährung für krebskranke Patienten oder in den kulinarisch experimentierenden Küchen in Speiselokalen Deutschlands und der Schweiz. Nicht zuletzt hilft ein überschauliches Glossar, sich in den Fachbegriffen zu bewegen und in nützlicher Frist ein fachlich abgestütztes Gesamtbild zu erhalten.
In der Ausgabe September 2010 von Natur+Kosmos erscheint ein ausführlicher Bericht über den Hof und den pfluglosen Mischfuchtanbau.
