Waldstaudenkorn

… oder Grünroggen (Secale multicaule), auch Waldstauden- oder Futterroggen, ist ein ausdauernder (perennierender) (Wild-)Roggen, der landwirtschaftlich als Begrünung, Futter- und neuerdings als Energiepflanze genutzt wird. Außerdem säen ihn Jäger gerne als Wildfutterwiese, da er vom Wild zweimal genutzt werden kann (im ersten Jahr als Gras, im zweiten Jahr als Getreide) und er sehr anspruchslos und insbesondere extrem winterhart ist. Wir haben ihn gedroschen und gereinigt und einfach mal zu Sauerteigbrot verbacken. Das Ergebnis ist ein sehr rustikales, haltbares Schwarzbrot. Auf einem auswärtigen Hoffest kam es sehr gut an. Seither bieten wir Grünroggen auch als Konsumware an, obwohl er vergleichsweise ertragsschwach ist. Das Stroh ist sehr lang (bis über 2 m) und wird deshalb gerne von Imkern zum Flechten von Bienenkörben und Strohbeuten verwendet. Dazu taugt nur Roggenstroh, da die Bienen anderes Stroh fressen und die Körbe schnell „abgenutzt» wären. Über die Inhaltstoffe ist uns wenig bekannt, da Grünroggen als Konsumware nicht üblich ist. Es ist aber anzunehmen, dass er sehr mineralstoffreich ist, da der Mehlkörper kleiner als bei Zuchtroggen ist.
Roggen ist überhaupt ein sehr interessantes Gras, da es in wilden Formen mehrjährig ist. Früher hat man in Russland Roggenfelder dauerhaft angelegt und über mehrere Jahre immer wieder gedroschen. Die alten Wurzelstöcke wurden immer mächtiger und ertragreicher. In moderne landwirtschaftliche Konzepte passt das nicht hinein, so hat man dem Roggen die Ausdauer weggezüchtet.