Naturschutz

 

Naturschutz, heute in aller Munde, ist ein ziemlich modernes Thema. Noch bis vor 150 bis 200 Jahren war Natur grundsätzlich feindlich und unwirtlich, vor der man sich schützen und gegen die man kämpfen musste, um überleben zu können. Heute findet man dieses Verhältnis nur noch an ganz wenigen Orten der Erde oder in ganz konkreten Einzelsituationen, bei denen es existenziell wird (z. B. wenn bei einer Alpentour plötzlich das Wetter umschlägt).
In der zivilisierten Welt ist Natur zu einem Pflegefall geworden, insofern mit der heutigen brachialen Technik fast alle Naturerscheinungen „bezwungen“ oder gar zerstört werden können, und von außen her – d. h. abstrakt oder virtuell – und distanziert diskutiert werden können.
Grundsätzlich kommt es bei diesen Betrachtungen jedoch darauf an, wo wir das Beobachtungsraster anlegen. Dann wird man schnell erkennen, dass sich grundsätzlich an dem Verhältnis gegenüber der Unbeherrschbarkeit von Natur eigentlich nichts geändert hat. Denn die Auswirkungen der Brachialtechnik äußert sich wiederum in nicht wirklich beherrschbaren Erscheinungen wie Ressourcenverbrauch und – verknappung, Klimawandel, Welthunger, radioaktive Abfälle bis hin zu gentechnologischer Kontamination (bei der wir erst am Anfang stehen) usw. Bedenken müssen wir dabei stets, dass die Natur, die Erde, der Kosmos auch ohne uns Menschen weiter existieren kann und wird, und schon „Katastrophen“ in weit größeren Dimensionen erlebt hat. Die Frage ist vielmehr, ob wir als Menschheit an der weiteren Evolution teilnehmen wollen oder uns verabschieden, wie einst die Dinosaurier, unabhängig davon, ob jene „selbstverschuldet“ oder „unverschuldet“ verschwanden. „Schuld“ und „Unschuld“, „Gut“ und „Böse“ sind ethische (moralische) Begriffe, die im Verhältnis zur Natur keine Rolle spielen: Natur hat keine Moral!

Interessante Einblicke dazu gibt das Buch „Die letzte Chance für eine Zukunft ohne Not“ von Annie Francé-Harrar, zu beziehen über:
http://btq-bundesverband.de/puplikationen/index.php