Synergetische Effekte

Synergetisch ist ein griechisches Wortkonstrukt und heißt etwa soviel wie „Zusammenwirken“ und zwar im positiven, konstruktiven Sinn.
In der Landwirtschaft gibt es viele Möglichkeiten, solche sich ergänzende Effekte zu nutzen.
Häufig ist es dabei so, dass zunächst ein Mehraufwand (z. B. von Arbeit) erst später einen synergetischen Effekt erbringt. Wenn beispielsweise eine Streuobstwiese angelegt wird, kann es mehrere Jahre dauern, bis sich ein Ertrag an Obst realisiert und sich wieder Tiere einfinden, die auch der Umgegend dienlich sind: Singvögel, die Raupen fressen, Greifvögel und Kleinräuber, die Mäuse regulieren usw. In der Zwischenzeit verursacht die Anzucht der Bäume Schnitt-, Mäh- und andere Pflegearbeiten, die sich zunächst nicht auszahlen. Später aber ist der Nutzen für die ganze Umgegend sehr viel größer als die dann notwendigen Pflegearbeiten.
Ähnlich ist es bei der Anlage von Hecken, die längerfristig Erosionsgefahr durch Wind deutlich senken, aber auch hin und wieder geschnitten werden müssen. Früher nutzte man den Heckenschnitt für viele Zwecke, die heute oft unwirtschaftlich erscheinen: Mineralfutter, Flechtzäune, Gerätestiele usw. Eine rentable „moderne“ Nutzung wäre beispielsweise die als nachwachsender Energieträger.
Je länger es dauert, um Synergieeffekte nutzen zu können, umso unbeliebter werden die Maßnahmen. Im Anlegen von Wäldern ist für denjenigen, der die Bäume sät, pflanzt oder eine Fläche der natürlichen Entwicklung überlässt, meist gar kein Nutzen zu erzielen; es sind aber konstruktive Arbeiten für spätere Generationen, ein echter und nicht nur virtueller Beitrag zum „Generationenvertrag“.
Wichtig ist weiter, dass tatsächlich ein Nutzen aus dem „Normalbetrieb“ entsteht. Es scheint uns wenig Sinn zu machen, Biotope, Hecken oder Obstwiesen anzulegen, die keinen echten wirtschaftlichen Nutzen erbringen, jedoch gepflegt werden müssen, um erhalten zu bleiben. Von Vereinen, Aktionsgruppen oder bezahlten Landwirten u. ä. gepflegte Flächen brechen ein, wenn entsprechende Mittel fehlen (z. B. in Zeiten knapper Kassen). So ist es eine Herausforderung, Betriebskonzepte zu entwickeln, die auch scheinbar überkommene Nutzungsformen integrieren.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, Nutzeffekte konsequenter zu bewerten und von den Einrichtungen, die von solchen Flächen profitieren entsprechende Abgaben für deren Erhalt zu verlangen. Allerdings ist das mit betriebswirtschaftlichen Bewertungen so eine Sache! Die Vergangenheit hat sehr deutlich gezeigt, dass natürliche Ressourcen stets erheblich unterbewertet wurden und immer noch werden, und sich hier Korrekturen nur schwer oder gar nicht durchsetzen lassen.
Eine sehr deutliche Nutzung von Synergieeffekten findet sich im Mischfruchtanbau: Mit weniger Energieaufwand lassen sich Ertragssteigerung und Entlastung von natürlichen Ressourcen verknüpfen. Der Mehrertrag bildet sich rasch ab und eingespielte Systeme machen immer weniger Arbeit. Gewisse Probleme können bei der Technik auftreten, wenn beispielsweise teure Maschinen vorhanden sind, die den anderen Anforderungen des Mischfruchtanbaus nicht oder nur unzureichend genügen.